Dienstag, 26. Juli 2016

Summertime. Über ein leichtes Gefühl trotz allem.

"Summertime... and the living is easy"
Wenn ich die Zeitung aufschlage oder einfach nur meine Facebook Timeline anschaue, weiß ich, dass das nur eine Seite ist. Aber es ist eine Seite und der möchte ich mich heute widmen.Gerade angesichts der ständigen Katastrophenmeldungen übe ich mich in Dankbarkeit.


Ich bin dankbar dafür, dass es mir und meinen Lieben gut geht. Wir sind gesund, wir können den Sommer genießen. Der Weg zum Kindergarten ist mit dem Fahrrad viel netter. Der Garten steht in voller Blüte und versorgt uns mit frischem Gemüse und Kräutern. Meine Büroarbeit kann ich zum Teil im Bikini auf der Terrasse erledigen.


Nächste Woche sitze ich dann in Finnland mit neun wunderbaren Frauen auf der Veranda zum Arbeiten, während die zehnte wunderbare Frau wunderbar für uns kocht. Wir werden in uns gehen, miteinander reden und lachen, vielleicht auch mal weinen - alles ist möglich und gut im geschützten Rahmen der Frauen-Coaching-Woche. Wir werden reden und schreiben und malen. Wir werden schweigen und schwimmen und Schwammerl suchen. Wir werden rudern und wandern und saunieren.


Zur selben Zeit werden an anderen Orten - an vielen! - grauenvolle Dinge passieren. Das tun sie, egal was ich zu dieser Zeit mache und denke und fühle. Wir werden uns ausruhen und stärken und dann wieder hinausgehen aus unserer Finnland-Blase. Und das Unsere dazu beitragen, dass die Welt ein besserer Ort wird.

Übung: Wofür bist Du dankbar? Schreib ein Freewriting, eine Liste oder denk einfach drüber nach. Besonders empfehlenswert als Ritual vor dem Einschlafen oder gleich nach dem Aufwachen.


Herzlichst, Daniela

Mehr dazu auch hier: Eine Übungsanleitung
und ein Text über Dankbarkeit in Finnland am Morgen


Freitag, 20. Mai 2016

Was es für eine gute Teamklausur braucht.

ICH LIEBE MEINE ARBEIT!
Mir gefällt an meiner Arbeit, dass sie so abwechslungsreich ist. Als Arbeitspsychologin arbeite ich in verschiedenen Organisationsformen, mit MitarbeiterInnen und Führungskräften, mit Einzelpersonen und mit Teams. Es ist spannend zu sehen, welche Themen Branchen- oder Hierarchie-spezifisch sind und welche Themen sich quer durch alle Bereiche durch ziehen.

Gemeinsam einen Schritt heraustreten
Worum es bei meiner Arbeit immer geht: einen Schritt herauszutreten aus dem Arbeitsalltag und mit mir gemeinsam einen Blick darauf zu werfen. Egal, ob es dabei um Karriereplanung geht, um einen Konflikt am Arbeitsplatz oder darum, wieder entspannter arbeiten zu können - gemeinsam machen wir eine Bestandsaufnahme, formulieren Ziele und entwickeln die nächsten konkreten Schritte dorthin.

Teamklausuren für eine bessere Zusammenarbeit
Die nächsten konkreten Schritte sind auch mein Lieblings-Tool bei Moderationen von Teamklausuren.
Immer mehr Teams erkennen, dass ihnen eine jährliche gemeinsame Auszeit gut tut. Damit meine ich nicht den Betriebsausflug (auch wichtig und gut!), sondern eine Arbeits-Klausur.
In dieser kann besagte Bestandaufnahme gemacht werden: Was haben wir im letzten Jahr alles geschafft (Erfolge feiern!), was läuft gut, welche Verbesserungsmöglichkeiten sehen wir? Wie können wir unsere Zusammenarbeit, die Kommunikation und das Klima verbessern? Was planen wir für das kommende Arbeitsjahr?

Was es für eine gute Teamklausur braucht:
  1. Einen guten Ort
  2. Eine gute Vorbereitung
  3. Eine gute externe Moderation
  4. Ausreichend Zeit
  5. Ein gutes Follow-Up
Dazu erzähle ich gerne mehr.

1. Einen guten Ort.
Die Klausur muss unbedingt woanders stattfinden als in der üblichen Arbeitsumgebung. Sonst ist die Gefahr groß, dass in den Pausen alle zum Arbeitsplatz verschwinden, um dort etwas zu erledigen, statt wirklich Pause zu machen und diese für Gespräche zu nutzen. Heraustreten aus dem Arbeitsalltag auch (w)örtlich also.
Auch gute Verpflegung ist wichtig - die und die Wahl des Ortes können auch leicht Wertschätzung für das Team ausdrücken.

2. Eine gute Vorbereitung.
Alle Teilnehmenden sollen die Gelegenheit haben, ihre Themenwünsche vorab einzubringen. Was wollen wir besprechen? Geht es um Rückschau und was wir daraus für die weitere Arbeit lernen können? Soll es vor allem eine Bestandsaufnahme sein oder soll es schwerpunktmäßig um eine Planung für die nächste Zeit gehen?
Gibt es neue MitarbeiterInnen, soll es um ein (besseres) Kennenlernen gehen? Ist Teambuilding ein Thema, gibt es offene oder unausgesprochene Konflikte im Team? Soll es bei der Klausur einen Teil geben, in dem nur ein Teil des Teams oder das gesamte Team ohne Führungskraft arbeitet?

3. Eine gute externe Moderation.
Die Moderatorin gestaltet das Programm abwechslungsreich, achtet auf den Prozess und die Zeit, bindet alle mit ein, stellt ihren Blick von außen zur Verfügung, dokumentiert und sichert die Ergebnisse. Damit entlastet sie alle aus dem Team, die sich dafür besser auf die Inhalte konzentrieren können.
Die Moderatorin muss nicht mit den Arbeitsinhalten vertraut sein, aber sicherstellen, dass diese eingebracht werden können. Sie lässt auch Raum für Themen, die vor Ort erst auftauchen, und sie hilft bei der Priorisierung der Themen.
Wenn mehr als 14 Personen teilnehmen, braucht es zwei Personen für die Moderation.

4. Ausreichend Zeit.
Es braucht zumindest einen Tag, je nach Inhalten auch zwei. In dieser Zeit muss das Alltagsgeschäft ruhen oder von anderen übernommen werden.

5. Ein gutes Follow-Up.
Sei es bei einer regulären Teamsitzung oder an einem dafür reservierten und vielleicht auch wieder extern moderierten Halbtag: Nach einiger Zeit sollen die Ergebnisse und Aufgaben der letzten Klausur wieder angeschaut und auch die Klausur evaluiert werden.

Ich liebe Moderationen.
Ich liebe Moderationen. Die mache ich gerne und richtig gut. Mir gefällt es, den Prozess zu begleiten, der Weisheit der Gruppe  Raum zu geben und dafür zu sorgen, dass aus den Arbeitsaufgaben und den Diskussionen die nächsten Schritte für die Arbeit im Alltag werden.

Meine Lieblings-Tools bei Moderationen (die auch in jeder Teamsitzung hilfreich sind):
  • Themenspeicher: auf einem Plakat notiere ich alle Themen, die nicht sofort behandelt werden können. Die arbeiten wir am Schluss auf.
  • Konkrete nächste Schritte: Was ist zu tun, wer trägt die Verantwortung dafür dass es geschieht (nur eine Person), (bis/ab) wann wird es gemacht. Damit werden aus den bei der Klausur besprochenen Themen konkrete Handlungsanleitungen, die Schritt für Schritt abgearbeitet werden können.

Das sagen Auftraggeberinnen und Teilnehmerinnen:

"Ich fand deine Moderation sehr strukturiert und sachlich, was in unserem Fall sehr, sehr gut und notwendig war. Mein Eindruck war, dass du das größere Ziel verfolgt hast, ohne auf dem Weg aufkommende Bedürfnisse zu vernachlässigen. Am Ende war mein Eindruck, dass alles und alle irgendwo seinen oder ihren Platz gefunden hat und haben, trotz der knappen Zeit am Schluss."
Magdalena Schwarz, Geschäftsführerin der Bundesjugendvertretung.

"Wir haben in zwei sehr produktiven und spannenden Tagen viel voran gebracht – inhaltlich, aber auch zwischenmenschlich. Es hat dem Team einfach gut getan. Besonders wichtig war mir auch, dass es konkrete Ergebnisse gibt, die wirklich umgesetzt werden können. Das haben wir erreicht, viele Punkte unserer „To-do-List“ sind bereits abgearbeitet."
Belinda Jahn,  NÖ Patienten- und Pflegeanwaltschaft.

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Wenn Du auch mit Deinem Team in Klausur gehen möchtest, berate und begleite ich Euch gerne!
Schreib einfach per Mail an daniela.reiter@diereiter.at
Ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit!

Mittwoch, 9. März 2016

Vom Teilen

Heute möchte ich ein paar Gedanken zum Teilen teilen.

Diese Woche war der Internationale Frauentag, wie immer (also seit rund 100 Jahren) am 8. März. Nicht zuletzt deshalb waren rundherum Debatten zu verfolgen, wie denn nun die unbezahlte Arbeit zuhause verteilt sei. Ich bin überrascht davon, wie selten Halbe-Halbe gelebt wird und froh darüber, dass das bei uns ganz normal ist. Wir teilen Elterndasein, Hausarbeit, den Garten und alles, was darüber hinaus anfällt. Wir teilen damit nicht nur die Arbeit und die Verantwortung, sondern auch die Freude und oft auch die Zeit. Ein Luxus, ein Privileg. Oder?  Ich wünsche mir, dass das normal wird, üblich.

Die politische Forderung nach 50/50 gesamtgesellschaftlich ist alt, aber immer noch aktuell: die Hälfte der Macht und die Hälfte der Arbeit den Frauen und den Männern. Es geht um Teilen und um Teilhabe, an der Gesellschaft, an der Politik, an der Familie. Dazu werde ich nächste Woche bei der diesjährigen Sitzung der Frauenstatuskommission der UNO (Commission on the Status of Women, kurz: CSW) mehr hören, durch meine ehrenamtliche Tätigkeit im Vorstand einer internationalen Frauenorganisation (International Alliance of Women). Ich freu mich drauf!


Teilen tut gut.
Mein Wissen.
Freude und Trauer.
Mich mit-teilen.
Familie, Freund_innen, Fremden.

Und:

Unser Land teilen. Unsere Sicherheit, unsere Privilegien, unsere Ressourcen.

Und gemeinsam mehr daraus machen, mehr werden.

Etwas auf Facebook teilen.
Ich teile auf meiner Facebook-Seite Fotos und Lob von bisherigen Teilnehmerinnen der Frauen-Coaching-Woche in Finnland. Freund_innen und Kund_innen haben diese Beiträge geteilt und so haben Frauen davon erfahren, für die es heuer genau das Richtige ist. Nun sind sie angemeldet und wir teilen unsere Vorfreude auf eine wunderschöne und wohltuende Woche im Sommer in Finnland. Es gibt noch Restplätze!


Und zum Schluss dieser schöne Gedanke, dass so vieles mehr wird, wenn wir es teilen - die Liebe, zum Beispiel. 
In diesem Sinne: Schönes Teilen!
Daniela

Mittwoch, 10. Februar 2016

Über Freundschaften. Und was meine Oma damit zu tun hat.

Hierzulande wird am 14. Februar Valentinstag gefeiert, als Tag der Verliebten (und des Blumenhandels). Seit 18 Jahren wird der Tag außerdem genutzt, um im Rahmen des weltweiten V-Day Movement gegen Gewalt an Mädchen und Frauen aufzutreten - auch weil diese so oft in Paarbeziehungen stattfindet.
In Finnland ist dieser Tag aber auch der "Ystävänpäivä" - der Tag der Freunde und Freundinnen. Und über Freundschaft möchte ich heute schreiben.


Ich habe großartige Freundinnen. Jede davon ist eine bemerkenswerte Frau und ich bin stolz und dankbar, dass sie meine Freundinnen sind, dass ich ihre Freundin sein darf. Wir sehen uns wenig, besonders in den letzten Jahren, seit ich neben der Arbeit auch noch ein Kind habe. Wir hören uns auch viel zu selten, da wir unterschiedliche Zeiten haben in denen wir gut telefonieren könnten. Aber ich weiß, dass sie da sind, habe viel von ihnen verinnerlicht: stärkende Worte, konkrete Herangehensweisen, einfach auch dieses gute Gefühl, geliebt zu werden.

Wenn wir uns dann endlich wiedersehen und Zeit haben für Gespräche, dann ist es umso schöner. Und ich frage mich: Wie habe ich es nur so lange ausgehalten ohne sie?


Wenn Menschen zu mir in die arbeitspsychologische Beratung kommen, dann frage ich auch immer nach ihren Ressourcen, danach, was sie stützt und stärkt. Oft stellt sich dann heraus, dass bei Stress als erstes die Termine mit den Freundinnen und Freunden gestrichen werden. Dabei sind es gerade diese, die uns auf andere Gedanken bringen, die uns unterstützen und stärken können. Wenn das allerdings nicht der Fall ist, könnte sich auch die Freundschaft überholt haben.

Als meine Oma 1999 starb, habe ich bei ihrem Begräbnis gesprochen. Ich habe erzählt, was ich mir von Oma abgeschaut habe, was ich von ihr übernehmen möchte; eins der Dinge war es, wie sie ihre Freundschaften gepflegt hat. Zweimal im Jahr sind wir mit Oma in ihre Heimatstadt gereist, damit sie ihre Freundinnen und Freunde aus der Schulzeit treffen konnte. Jeden Sonntag telefonierte sie mit einer davon, mit anderen tauschte sie vor allem Postkarten und Briefe. Zu Omas Begräbnis schließlich kamen sie dann alle, um sich zu verabschieden, gemeinsam in einem extra dafür angemieteten Bus mit Chauffeur.


Meine Freundinnen leben auch vertstreut; in Wien, in Oberösterreich, in Deutschland, in Finnland. Sie sind mir wichtig, sind eine große Kraftquelle.
Wir teilen Erlebnisse miteinander, das verbindet uns.
Wir teilen Gefühle miteinander, das stärkt mich.
Wir teilen Gedanken miteinander, das macht mich klüger.

Ich danke euch, meine Lieben! Schön, dass es euch gibt!

Wie pflegst du deine Freundschaften?

Freitag, 29. Januar 2016

Was mich meine Geschirrspülmaschine lehrt

Wir sind alle Lernende. Das sage ich gerne in meinen Workshops und beim Coaching. Nun habe ich es gerade wieder am eigenen Leib erfahren. Doch schön langsam, der Reihe nach.

Heute beim Coaching ein Thema das häufig gebracht wird: Wie besser mit Stress umgehen. Unter anderem haben wir darüber geredet, was die persönlichen Stresssymptome der Coachee sind, woran sie erkennt, dass sie überlastet ist. Das ist ja von Mensch zu Mensch verschieden: da gibt es körperliche Symptome (Verspannungen, Magenschmerzen, Schlafschwierigkeiten,...), emotionale Symptome (Angst, "angerührt" sein, Wut,...), soziale Symptome (unfreundlich werden, sich zurückziehen, herumschreien,...) und kognitive Symptome (Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten,...).


Uns allen gemeinsam ist es aber, dass diese Stresssymptome als Warnsignale dienen (weshalb ich auch der Meinung bin, dass wir eben diesen Anzeichen von Überlastung viel freundlicher, wenn nicht gar dankbar begegnen sollen). Da gibt es die Symptome, die erst auftreten, wenn der Stress schon länger andauert, und solche, die uns als Frühwarnsystem dienen können. Das ist ganz persönlich, kann sich mit der Zeit auch ändern, aber es ist auf alle Fälle wert, da DetektivInnen-Arbeit zu machen: Welche Symptome sind es denn, die dir anzeigen, dass du überfordert bist? Was ist ein frühes Signal, bei welchen Symptomen schrillen deine Alarmglocken schon laut? 



Über all das habe ich nachgedacht - während ich, schnell-schnell, mein Mittagessen gemacht und nebenbei den Geschirrspüler ausgeräumt habe. Nicht viel Zeit, es gibt noch so viel zu tun für das morgige Seminar und für andere AuftraggeberInnen, bevor ich mein Kind vom Kindergarten abhole und mit ihm in die Semesterferien starte (nur mental; wir bleiben hier und gehen heute Nachmittag zu einem Faschingsfest - ist dafür schon alles vorbereitet?)... du kennst das vielleicht in ähnlicher Form. Wie auch immer: Zuerst ist mir der Salat runtergefallen und ich dachte: "Ach ja, daran erkenne ich Überlastung: Dass mir Sachen runterfallen, dass ich schusselig werde." - was besonders ärgerlich ist, weil das meistens noch mehr Arbeit macht und mehr Zeit braucht. Und dann habe ich mir den Kopf angeschlagen, obwohl ich die Maße unserer Geschirrkastln doch kenne und den Geschirrspüler schon seit Jahren ausräume - aber eben nicht in dieser Hektik. Tja, ich habe es verstanden. Bin dankbar (so dankbar, dass ich gleich noch diesen Blogpost schrieben wollte) Pomali, pomali! Jetzt setze ich  mich erst mal in Ruhe zum Essen hin. Und dann schaue ich, was ich von meiner ToDo-Liste streiche. Schönes Wochenende!



Du kennst das und suchst Ideen, wie du deinen Stress reduzieren kannst? Melde dich bei mir und wir vereinbaren einen Coaching-Termin, bei mir vor Ort, in Bewegung im Wienerwald oder auch telefonisch.

Mittwoch, 20. Januar 2016

Lust, ungeplant

Ich gestehe: Neben meiner großen Liebe gibt es noch eine zweite Leidenschaft, auch groß. Mit meiner großen Liebe feiere ich heuer 15-jähriges Beziehungs-Jubiläum: Finnland. Und auch meine zweite Leidenschaft ist nicht mehr taufrisch: mit NYC hat die Affäre vor mehr als zehn Jahren begonnen. Momentan verzehre ich mich nach beiden - der Jänner ist aber auch eine typische Ferwehzeit. Nicht umsonst werden Urlaubs-Entscheidungen gerne in diesem Monat getroffen!


 An dieser Stelle sei erwähnt, dass es für die großartige Frauen-Coaching-Woche im Land der Mitternachtssonne noch freie Plätze gibt. In dieser Beziehung bin ich offen und so haben dank meiner Einladung immer wieder andere tolle Frauen zumindest einen heißen Flirt mit Finnland. Vielleicht auch Du heuer?


Doch nun mehr zu meiner Liaison mit New York: Ich liebe diese Stadt! Sieben Mal war ich in der vergangenen Dekade dort, jedes Mal zur Frauen-Status-Kommission der UNO. Ein doppelter Gewinn also: Jedes Mal eine spannende Sitzung, viele neue Impulse, etwas zur Rettung der Welt beitragen - und am Abend dann die Stadt erkunden (da die Sitzungen immmer im Februar/ März und immer bis am Abend stattfinden, kenne ich NYC also vor allem in der Dunkelheit ;-) ). Das Schönste daran: Meistens habe ich mich treiben lassen. Bin in einen Bus oder eine U-Bahn gestiegen und einfach irgendwo wieder raus; so habe ich viele verschiedene Teile Manhattans völlig ungeplant erfahren. Habe mich überraschen lassen, bin meiner Intuition gefolgt, habe genossen, was ich vorgefunden habe. Ohne Erwartungen, ohne Plan, und es war jedes Mal ein großartiges Erlebnis.



Es hat Jahre gedauert, bis in meiner "Cognitive Map" die Plätze auch geografisch richtig verortet waren, bis ich Orte benennen konnte. Oder wusste, wie es dort ungefähr aussieht, wenn von einer Gegend die Rede war. Meine Strategien zur Stadt-Erkundung waren eben "Getting lost" und "Wandering  around". Oder, wie es in der aktuellen Ausgabe des Flow-Magazin so treffend heißt: "Wondering around". Der Artikel dort hat mich wieder daran erinnert, dass diese Strategie nicht nur in New York gut funktioniert hat für mich, sondern dass ich sie auch im Alltag oft anwende - sei es am Wochenende, mit der Familie gemeinsam, oder auch an meinen Bürotagen. So gerne ich Pläne, Ziele, Listen und detaillierte Strategien mag: Die Kleinode am Wegesrand, neue Inspiration und Ideen, tauchen an unverplanten Tagen leichter und öfter auf. Außerdem ist es so lustvoll! Und es ist schließlich wunderbar, dass ich die Lust nicht nur bei den viel zu seltenen Treffen mit meiner Affäre verspüre, sondern auch im Alltag, immer wieder.

Wie sind Deine Erfahrungen mit absichtslosem Draufloslaufen? Ich freue mich über Deine Gedanken in Kommentaren und Emails!


Mittwoch, 13. Januar 2016

Sog statt Druck

Ich bin reich beschenkt worden in den letzten Wochen. Die besten Geschenke kamen allerdings in ganz schön hässlicher Verpackung. Damit meine ich nicht all die Packerl, die unter dem Christbaum und auf dem Geburtstags-Gabentisch lagen (ja, ich darf zwischen Weihnachten und Silvester auch noch Geburtstag feiern).

Ich war krank; meine Gesundheit hat die schönen Ferienpläne deutlich durchkreuzt. Was ich dafür bekommen habe: Viel Zeit zuhause. Zuhause mit der Familie. Dem Kind beim Spielen zusehen (oder mitspielen). Lesen, eigene Bücher und die des Kindes gemeinsam, eng aneinander gekuschelt. Schreiben, vor allem Morgenseiten - und die vor allem zum Jammern: Ich fand es gar nicht toll, krank zu sein und zu Hause fest zu hängen - die Einsicht, was es Gutes an sich hat, kam erst später. Ich schrieb auch Post an Freund_innen (so richtige, auf Papier) und verschiedene Listen - zu diesen gleich mehr.

Auf Englisch würde es heißen, dass ich "grounded" war: zuhause eingesperrt, wie bei einem Hausarrest. Das hat mich allerdings auch "grounded" werden lassen, geerdet nämlich - die andere Übersetzungsmöglichkeit trifft es gut. Ich wurde ruhiger, fast ein bissl gelassen; später gar ausgelassen. In der Rückschau sehe ich viel gute Familienzeit und Zeit für mich, für mich und all die Dinge, die ich zuhause gerne mache. Bücher haben mich an die Côte d'Azur und nach NYC reisen lassen, ich habe viel geschlafen und gekuschelt und meine neuen Stifte sind überhaupt ein Quell reinster Freude.


Doch nun wie versprochen zu meinen Listen. Da gab es eine, traditionellerweise, mit verschiedenen Kategorien für den Jahresrückblick. Die Liste mit den Dingen und Ideen von denen ich mich verabschieden musste im letzten Jahr hatte ich nur im Kopf; daraus malte ich dann ein schönes Bild mit dem Titel "2015 - Lustvoll Loslassen". Und dann gibt es noch eine Liste, die ich heuer noch oft zur Hand nehmen werde: Meine "Ich möchte-Liste".

Ich habe einfach alles zusammengetragen, was ich in diesem Jahr möchte. Das ist etwas anderes als Neujahrsvorsätze, von denen meistens nur erzählt wird, wenn sie "gebrochen" wurden. Nein, das ist eine Liste der Intentionen; hier geht es der Lust entlang. Da steht zum Beispiel "Spazierengehen" - geht leicht - und "Im Meer schwimmen" - so kann meine Liste als Leitstern dafür dienen, dass ich eine entsprechende Reise plane (okay, auch das ist auch einfach: Im August in Finnland).


Ich lese meine Liste immer wieder durch und erinnere mich dadurch an all die Dinge, die mein Leben heuer besonders schön machen können. Das sind keine "ToDos"; das sind Absichten, Intentionen eben. Mein Werkzeug, da ich Schrittchen für Schrittchen tue, um die Punkte auf der Liste Realität werden zu lassen.

Es ist leicht, nachsichtig zu sein mit mir, wenn ich dann mal nicht meinen Intentionen entsprechend handle - es geht schließlich um MEINE Wünsche und ich darf entscheiden, ob ich an ihrer Erfüllung mithelfe. Da muss ich mich nicht bestrafen, auch nicht durch unfreundliche Selbst-Kommunikation (mehr zu freundlichen Gesprächen mit dir selbst hier).

Eine interessante Anregung, die da gut dazu passt, habe ich von Katharina Vollus bekommen: In ihrem Blog "Ordnungsmentor" schreibt sie, wie sie sich monatlich Ziele überlegt und für jede Woche zwei auswählt. Ziele als übergeordnete Gründe, WARUM sie etwas tun sollte. Das gibt Orientierung, genau wie die Punkte meiner Liste - die durchaus zu Monats- und Wochenzielen werden können.

Was sonst noch auf meiner Liste steht? Singen, Musik machen & Musik hören, tanzen. Gut essen. Ein Schreibseminar besuchen (ist schon gebucht). Ins Kino gehen. Und so weiter und so fort. So kann dieses Jahr sehr schön werden!

Was möchtest du in diesem Jahr?